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Herr Wimmer im Interview

Herr Wimmer ist einer der Geschäftsführer von Aus6mach1.

Wir sind noch immer dabei, einen Blick auf die Nachhilfe im Wandel der Zeit und konkret bei aus6mach1 zu werfen. Nachdem wir schon die Abläufe sowie die Schüler- und Lehrersicht kennenlernen konnten, gibt es in den folgenden Wochen Einblicke ins Geschehen mit Hilfe von Interviews mit den drei Hauptansprechpartnern.

Herr Wimmer, Sie haben vor reichlich drei Jahren gemeinsam mit Florian Quosdorf das Unternehmen übernommen. Was hat dieser Wechsel für Sie bedeutet?
Ja, Manches ist gleich geblieben, Manches hat sich geändert. Wir waren ja schon vorher im Büro tätig, waren dadurch in vieles involviert und kannten die Verträge, die Abläufe, die Familien durch die Gespräche. Was sich geändert hat, wenn man vom Mitarbeiter zum Chef wird, ist natürlich, dass man das Risiko selbst trägt für die Entscheidungen. Was sich sonst noch geändert hat, ist, dass es eine klare Aufteilung gibt. Der Herr Quosdorf übernimmt alles im Bereich Buchhaltung, die Rechnungsabwicklung, kurz gesagt alles im Raum der Zahlen. Und ich alles, was mit Kontakt zu Menschen zu tun hat, die Außentermine, Bewerbungsgespräche, im Grunde die Interaktion.


Ein bisschen Veränderung klang jetzt in der ersten Antwort schon an, was haben Sie seitdem weiterhin verändert und erreicht?
Fangen wir mal an bei „verändert“. Wir haben das Design modernisiert und an die heutige Zeit angepasst, vielleicht sagen wir mal „cooler“ und ansprechender für die heutige Jugend gemacht. Aber natürlich haben wir das Grundgerüst behalten, jedoch die Farbe geändert von blau zu grün, um Verwechslungen mit anderen Unternehmen aus dem Bereich der Nachhilfe zu vermeiden. Außerdem haben wir unsere Homepage modernisiert und sie für Familien bzw. potenzielle Lehrer und alle Gäste leichter zugänglich und übersichtlicher gestaltet. Erreicht haben wir wieder mehr Präsenz in Leipzig…und überhaupt durch unsere Werbung, immer dort (erreichbar) zu sein, wo unsere potenziellen Kunden sind. Außerdem sind wir wieder bekannter an der Uni und sprechen damit oft auch rein zahlenmäßig mehr interessierte Studierende an als früher – ob dann wirklich ein Dozentenverhältnis entsteht ist die andere Frage, aber das ist meistens der Fall.


Sie sprachen schon von der Verwechslungsgefahr mit weiteren Anbietern. Warum gerade aus6mach1 und nicht ein anderer Anbieter?
Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten.
Erstens: Wir bieten Einzelnachhilfe an.
Zweitens: Die Nachhilfe findet beim Schüler zu Hause statt. Das ist für beide Seiten einfacher, da der Lehrer den Schüler direkt abholen kann, auch Arbeit mit den Materialien, die der Schüler zu Hause hat am eigenen Schreibtisch möglich ist und nicht im „luftleeren Raum“ in einem Büro.
Drittens ist ganz klar: Wir haben junge Lehrer, die aus der Unipraxis kommen und voller Tatendrang stecken.
Viertens: Wir bieten flexible Verträge. Man kann über alles sprechen. Sie sind ganz klar auf die Bedürfnisse der Familie anpassbar und werden in einem gewissen Rahmen individuell abgestimmt.


Ihre Ausführungen passen ganz wunderbar zur nächsten Frage: Ihr Slogan lautet, „Fair.Transparent.Flexibel“. Was steckt dahinter?
Gehen wir mal chronologisch vor.
Fair: Unsere Preise sind fair gestaltet, nicht überteuert, für Einzelnachhilfe sogar verhältnismäßig günstig. Dabei wird aber natürlich auch bedacht, dass wir Lehrerinnen und Lehrer haben, die noch keine fertig ausgebildeten Lehrer im Sinne des Wortes sind. Das fließt natürlich in die Preisgestaltung mit ein.
Transparent: Es ist immer möglich, mit der Lehrperson oder mit uns in Kontakt zu treten, wenn es Probleme gibt. Man erhält außerdem jeden Monat mit der Rechnung die aktuelle Stundenanzahl und das Verhältnis von Soll- und Ist-Stunden. Wir spielen also mit offenen Karten. So kann die Familie sich auch mal dazu entschließen, in einem Monat die Füße hochzulegen, wenn schon gut vorgearbeitet wurde. Dies war vielleicht inhaltlich nötig war und nun folgt eine etwas ruhigere Phase. Natürlich ist monatlich bei uns nur das zu zahlen, was in Anspruch genommen wurde.
Flexibel: Wie schon zu Beginn gesagt, sind unsere Verträge auf die jeweilige Familie abgestimmt, aber auch für die Lehrerinnen und Lehrer flexibel, da jeder wöchentlich eine andere Zeitgestaltung hat – das beachten wir, sodass Schüler und Lehrer gemeinsam die Zeit der Nachhilfe je nach Wunsch absprechen – im individuellen Rhythmus und wenn es so sein soll jede Woche neu.


Es wird schon deutlich, Sie sind ein Helfer für jede Familie, die Unterstützung braucht, nicht nur für besonders Wohlhabende. Wie ermöglichen Sie das?
Einerseits wie schon gesagt durch unser Preiskonzept. Die Stunden können individuell genutzt werden, man ist nicht wöchentlich in ein Pensum gezwungen. Des Weiteren ist die Zusammenarbeit mit den Städten ein wichtiger Faktor. Dank des Bildungsgutscheins zahlt die Stadt die Nachhilfe für bedürftigere Familien. Die Familie selbst zahlt dann nur einen kleinen Anteil in Form der Anfahrt.


Ist es nicht eigentlich ein 24-Stunden-Job, sich um so ein Unternehmen zu kümmern und stets für alle Familien da zu sein?
Also ganz so ist es nicht, aber in der Präsenz gebe ich Ihnen auf jeden Fall recht, es ist ein 24-h-Job, weil natürlich auch meist dann die Familien Zeit haben, Probleme zu besprechen, wenn andere Firmen geschlossen haben – in den Abendstunden oder am Wochenende. Also ich habe öfter auch mal am Wochenende eine Vertragsvorstellung oder wir verlegen unsere Gespräche in die Abendstunden, damit es kein gehetztes Gespräch wird. Es gibt auch Aufgaben, die jeden Monat anfallen. Aber meine Tätigkeiten liegen wie anfangs beschrieben eher in den individuellen auf Familien oder Bewerber bezogenen Bereichen. Da muss man sich natürlich an die Wünsche der anderen anpassen.


Das klingt nach guter Auslastung. Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit bei aus6mach1 besonders Spaß?
Also das ist eine ziemlich schwierige Frage, weil alles Spaß macht. Besonders hervorheben würde ich vielleicht zwei Bereiche. Einerseits der direkte Kontakt mit den Familien und Bewerbern, wodurch man sich persönlich kennenlernt und so für sich auch ein geistiges Bild erstellen kann. So kann ich dann gut einschätzen, welcher Lehrer gut zu welcher Familie passen würde und umgekehrt. Der zweite Bereich, um mal fernab der Materie zu wandeln, ist die eigens von mir durchgeführte Nachhilfe. Also ich habe ja auch eigene Schüler, wobei ich meist dann einspringe, wenn wir keinen Lehrer hätten und die Fächer passen. Immer wieder den direkten Kontakt zu Familien zu haben, zu besprechen, was in der Theorie gut wäre, aber in der Praxis vielleicht schwierig umzusetzen ist, sich einfach auszutauschen. Das und insgesamt mit so jungen Menschen zusammenzuarbeiten, ist einfach schön.


Um im Gespräch zu bleiben und neue Kunden zu erreichen, sind sicher immer neue, abwechslungsreiche Schritte nötig. Gibt es konkrete Pläne für nächste Schritte?
Also wir haben immer innovative Ideen. Wir haben versucht, Studenten direkt anzusprechen, haben Werbung in Uniskripten geschalten, damit die potenziellen Lehrer in der Vorlesung sehen, „ach hier ist mein nächster Nebenjob, da ruf ich mal an“. Derartiges wollen wir fortführen. In Zukunft wollen wir außerdem unsere Online-Aktivitäten ausweiten, auf dem Campus beim potenziellen Lehrer noch präsenter sein, beispielsweise bei Verteilaktionen auch physisch, um ins Gespräch zu kommen. Alles ist natürlich immer Abstimmungssache zwischen Preis und Leistung, uns steht dafür ein begrenztes Budget zur Verfügung, aber wir möchten innovative Werbung machen, um den Leuten im Kopf zu bleiben, also nicht 0815 von der Stange, sondern auf uns und unsere Ansprüche angepasst.


Was würden Sie sich bezüglich Ihres Nachhilfeunternehmens wünschen?
Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass es weiterhin viele und auch noch mehr engagierte, ambitionierte Leute gibt, die Abi machen oder studieren und sagen, den Job als Nachhilfelehrer brauche ich für meine spätere Praxis oder die einfach sagen, ich arbeite gern mit Menschen, ich ziehe aus meiner Arbeit meine Energie…einfach, dass diese Leute sagen, ich würde gern bei euch mitarbeiten. Weiterhin freundliche, nette Familien, die auf unsere Kompetenz vertrauen und sagen, wir möchten was Individuelles, nichts von der Stange, sondern eine Nachhilfe, die wirklich auf unser Kind abgestimmt ist. Und ergänzend würde ich mir wünschen, dass Nachhilfe weiterhin so einen guten Stellenwert genießt wie im Moment. Dass sie nicht als letzte Maßnahme für den, der im Unterricht nicht aufgepasst hat, angesehen wird. Sondern eher als vorausschreitendes Mittel, was den Schüler in seinen Fähigkeiten bestätigt und da unterstützt, wo es nötig ist.


Das sind nachvollziehbare Wünsche, ich drücke die Daumen. Werden wir mal etwas konkreter: Wo sehen Sie sich und die aus6mach1-Nachhilfe in zwei, in fünf, in zehn Jahren?
In zwei Jahren hoffe ich, sind wir wieder ein Stück gewachsen, haben mehr Schüler und Lehrer angesprochen und ihnen geholfen. Das ist natürlich auch immer eine gewisse Fluktuation. Einige schließen ihre Ausbildung ab, gehen somit aus dem Vertrag raus… Aber Neue kommen nach. Ich hoffe, wir sind weiterhin auch so erfolgreich durch Empfehlungen aus der Mund-zu-Mund-Propaganda durch zufriedene Familien. In fünf Jahren hoffe ich, dass wir auch technisch noch etwas nachgerüstet haben werden, dass interne Dinge schneller ablaufen, das System etwas ausgebaut ist. Dann wäre es gut, eine noch digitalisiertere Rechnungseinsendung zu ermöglichen und den Familien digitalen Einblick in ihr bei uns geführtes Stundenkonto geben zu können, um die für uns so wichtige Transparenz zu verstärken. Was in zehn Jahren ist, das ist weiße Zukunft, wo wir alle nicht wissen, wo wir stehen. Dennoch hätte ich den Wunsch, dass wir noch immer am Markt präsent sein werden, gewachsen sein werden im positiven Sinne und weiterhin mit freundlichen, jungen Lehrerinnen und Lehrern sowie netten Familien zusammenarbeiten dürfen.


Vielen Dank Herr Wimmer, dann bleibt mir nur, Ihnen auf Ihrem Weg mit der Firma weiterhin alles erdenklich Gute zu wünschen. Wollen Sie noch etwas mitteilen?
Dann hätten Sie hiermit das Schlusswort:

Wichtig wäre mir noch zu sagen, dass Nachhilfe immer zwei Aufgaben erfüllen kann: Sie kann bestehende Probleme beheben und Unsicherheiten beseitigen. Sie kann aber auch zur Förderung derer beitragen, die schon vieles können und in Begleitung des Unterrichts Dinge nacharbeiten, sodass einem Auftreten von Problemen effektiv vorgebeugt wird. Es ist immer gut, Nachhilfe nicht als letztmögliches Mittel anzunehmen und dann vor einem Haufen Problemen zu stehen, sondern in weiser Voraussicht schon eher anzufragen und so den Schülern auch den Druck zu nehmen, anstatt ihn immer weiter aufzubauen.

M.
M.

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